Bau einer sicheren Bahn- und Strassenunterführung im Greyerzer Dorf Neirivue

Grosse Solidaritätsbewegung für den « Passage Arc-en-ciel »r

Das Leben des Greyerzer Dorfes Neirivue wurde in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Unfälle überschattet, obschon alle Sicherheitsnormen für den Strassen- und Bahnverkehr eingehalten wurden. Unter dem Impuls der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) hat eine Gruppe von privaten und öffentlichen Partnern ein Projekt nach Mass ausgearbeitet und unterstützt, um eine dauerhafte und sichere Fussgängerunterführung im Zentrum des Dorfes zu realisieren. Die in Erinnerung an die verstorbenen Personen unter der Bezeichnung « Passage Arc-en-ciel » getaufte und auf 2.3 Millionen Franken veranschlagte Unterführung wird nun am Freitag, 27. November 2015, zur öffentlichen Auflage ausgeschrieben. Das Projekt kann dank vieler Spenden und zum Selbstkostenpreis ausgeführter Aufträge finanziert werden.

In Neirivue leben die Dorfbewohner seit mehr als einem Jahrhundert mit der quer durch das Dorf verlaufenden Kantonsstrasse und Bahnlinie Bulle-Monbovon. Die Gewohnheit hat der Bevölkerung jedoch öfters verheerende Ereignisse beschert. Der Tod eines 8-jährigen Kindes an einem homologierten und den Normen entsprechend ausgerüsteten Bahnübergang im Juni 2013 hat die Bevölkerung der gesamten Region zutiefst betroffen. Diese hat sich dann mobilisiert, um ein derartiges Drama nicht nochmals erleben zu müssen. 

Über die geltenden Normen hinausgehen

« Es ist nicht tolerierbar, sich hinter Reglementen und Vorschriften zu verstecken, um derart schwere Unfälle zu rechtfertigen. Besser ist es, gemeinsam eine Lösung zu finden, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen ihr Leben lassen müssen ». Von dieser Überzeugung getragen hat der Generaldirektor der TPF, Vincent Durcrot, Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, damit dieses Projekt verwirklicht werden kann. Der Direktor der Raumplanungs-, Umwelt und Baudirektion (RUBD), Staatsrat Maurice Ropraz, der Oberamtmann des Greyerzbezirkes, Patrice Borcard, sowie der Gemeindeammann der Gemeinde Haut-Intyamon, Jean-Marc Beaud, haben sich persönlich eingesetzt, um die notwendigen finanziellen Mittel sowie sämtliche Kompetenzen und Energien aufzubringen. 

Auf der Suche nach der Finanzierung

Die erste Herausforderung stellte die Ausarbeitung eines technisch realisierbaren Projekts dar. Der Bauingenieur Philippe Gremaud in Bulle hat sich der Sache mit Herz und Fachwissen gewidmet. 

Der Zugang zur Unterführung wird aus Treppen und Aufzügen bestehen. Die zweite Herausforderung bestand darin, die Projektkosten so tief wie nur möglich zu halten und ausserordentliche Finanzierungsressourcen anzuzapfen. So werden die TPF eine Million Franken beisteuern. Der 

Kanton Freiburg bzw. die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) stellt einen Höchstbetrag von 650‘000.- Franken zur Verfügung, der aus dem Infrastrukturfonds für Hauptstrassen in Berggebieten und Randregionen stammt, während sich die Gemeinde Haut-Intyamon dank einem tief verzinsbaren Darlehen mit einem Betrag von 200‘000.- Franken engagiert. Der Rest der notwendigen Summe wird durch Spendenzusagen von Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen beigebracht. 

Mitten im Dorf und gegenüber der Schule gelegen, soll diese Unterführung der Bevölkerung erlauben, die Strasse und die Bahnlinie in aller Sicherheit zu überqueren. Je nach Abwicklung des laufenden Verfahrens könnte schon im Frühjahr 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden, um die Unterführung im Sommer 2017 fertigzustellen. Die Initiatoren des Vorhabens wollen mit dem Projekt « Passage Arc-en-ciel »  in Neirivue nicht nur ein Symbol der Hoffnung und des Lebens zugunsten der lokalen Bevölkerung, sondern auch für alle Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, machen. 

Freiburg, den 27. November 2015


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