Geschäftsjahr 2017 der Freiburgischen Verkehrsbetriebe

Die Schweiz hat nun ihre erste im Fahrplan eingetragene automatische Schuttle-Buslinie und sie befindet sich im Kanton Freiburg

Im Jahre 2017 führten die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) die erste automatische Shuttle-Buslinie in den nationalen Fahrplan der Schweiz ein. Mehr als 30 Millionen Passagiere nutzten im Verlaufe des Jahres die Infrastrukturen und die Verkehrsmittel der TPF. Auf finanzieller Seite weist die Gesellschaftsgruppe ein positives Ergebnis mit einem konsolidierten Überschuss von 5,8 Millionen Franken (2,4 im Jahre 2016) bei einem konsolidierten Konzernumsatz von 138,5 Millionen Franken (135,1 im Jahre 2016) aus.

Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) beförderten im Jahre 2017 wieder mehr als 30 Millionen Passagiere. Die Pünktlichkeit der Fahrzeuge ist mehr als erfreulich; sie liegt bei ausgezeichneten 93,25%. Im digitalen Bereich haben die Online-Verkaufskanäle eine beachtliche Zunahme erfahren. Mehr als 678'627 SMS-Fahrkarten sind erfasst (666'697 im Jahre 2016) und 105'749 Tickets über die FAIRTIQ-Applikation verkauft worden (53'404 im Jahre 2016). Neu für diese Applikation ist der Vorteil, dass der Reisende bei der Nutzung der FAIRTIQ-App während fünf Tagen eines laufenden Monats eine entsprechende Gutschrift von 5% aller Transportkosten des letzten Monats erhält, die er im darauffolgenden Monat verwenden kann. Seit März 2018, ist die APP in der ganzen Schweiz gültig.

Im Jahre 2017 sind im Kanton Freiburg zahlreiche Projekte für den öffentlichen Verkehr verwirklicht worden. Von initiativer Seite der Gesellschaft TPF VERKEHR wurde eine Zusammenarbeit mit den Postämtern in den Bezirken Greyerz, Saane und Sense aufgebaut. Ab sofort können die Kunden Frimobil-Fahrkarten in diesen Postämtern kaufen und sich kompetent beraten lassen. Mit der Integration der ersten automatischen Shuttle-Buslinie in den allgemeinen Verkehrsfahrplan der Schweiz, ist auch dieses Projekt Wirklichkeit geworden. Im Bereich der Gesellschaft TPF IMMO wurde das Projekt für das neue Bahnhofgebäude in Bulle eingeleitet. Die drei ausgewählten Projekte waren anlässlich der Greyerzer Herbstmesse (Comptoir gruérien) 2017 ausgestellt worden. Im Broyebezirk wurde der Detailbebauungsplan (DBP) des Bahnhofs – Casinos in Estavayer-le-Lac öffentlich aufgelegt. Und unter der Betreuung der Gesellschaft TPF-INFRA wurde der Neubau des Bahnhofs Bulle für den Zeithorizont 2025-2026 konkretisiert. Für den Bahnhof Châtel-St-Denis sind die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Stadtzentrums bis zum Jahre 2020 eröffnet worden. Die Bahn- und Strassenunterführung « Arc-en-ciel » im Dorfkern Neirivue wurde eingeweiht. 

Den Kunden in den Mittelpunkt stellen

Auf der Ebene der gesamten TPF-Holding wird die Kampagne "Kunden im Mittelpunkt" fortgesetzt. Ziel ist es, den Kunden in den Mittelpunkt der Bemühungen aller Unternehmensakteure zu stellen. Sie integriert insbesondere die QMS -Daten (Quality Management System) und die Ergebnisse der Kundenzufriedenheits-Umfrage, um die Verbesserungsmöglichkeiten der Dienstbereiche zu strukturieren und ihre Leistungen den Analysen entsprechend zu erweitern.

Darüber hinaus beteiligte sich das Unternehmen an der Organisation des Gordon Bennett, dem ältesten und renommiertesten Luftfahrtwettbewerb der Welt. Mehr als 23'000 Besucher nahmen an diesem Anlass am Fusse der Freiburger Voralpen teil.

Gewinn von 5,8 Millionen Franken

Der konsolidierte Gewinn 2017 der Freiburgischen Verkehrsbetriebe betrug 5,8 Millionen Franken gegenüber 2,4 Millionen Franken im Jahre 2016. Er liegt damit leicht über den Werten von 2015 (5,1 Millionen Franken). Der konsolidierte Umsatz erreichte 138,5 Millionen Franken (135,1 im Jahre 2016). Ein grosser Teil dieses Gewinns stammt aus der Tätigkeit der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF Verkehr) AG. Bei einem Umsatz von 133 Millionen Franken (davon 71 Millionen Franken erhobene Entschädigungen) wurde ein Betriebsgewinn von 3,6 Millionen Franken erzielt. Der Betriebsgewinn für den Konzessionsanteil erreicht somit die Summe von 654'000 Franken, während der Betriebsgewinn für den nicht konzessionierten Teil (ausserplanmässiger Verkehr, Schulfahrten, Sonderfahrten, Zugersatz, Wartungsarbeiten für andere Verkehrsbetriebe usw.) 2,9 Millionen Franken beträgt. Der Gesamtgewinn von 5,8 Millionen Franken beinhaltet zudem 1 Million Franken aus der Auflösung von Abschreibungsreserven für die Wiederbeschaffung und Aufstockung von Ersatzteilen, die im Hinblick auf den Umzug des Unternehmens in sein neues Wartungs- und Betriebszentrum in Givisiez (Ende 2018) ausgesondert wurden.

Strukturierte Staatsfinanzierung

Die öffentliche Finanzierung der als Holdinggesellschaft konstituierten Freiburgischen Verkehrsbetriebe ist rechtlich genau geregelt. Die Gesellschaft Freiburgische Verkehrsbetriebe Infrastruktur (TPF INFRA) AG wird zu 100% vom Bund in Form einer Leistungsvereinbarung finanziert. Dazu gehören Wartung, Abschreibungen und neue Projekte. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von vier Jahren. Eventuelle Gewinne werden auf die nächsten Geschäftsjahre übertragen.

Die Gesellschaft Freiburgische Verkehrsbetriebe Verkehr (TPF VERKEHR) AG umfasst drei Finanzierungssysteme. Das erste betrifft den regionalen Personenverkehr (RPV). Es wird zu 55% vom Bund und zu 45% vom Kanton finanziert (davon 57.5% vom Kanton und 42,5% von den Gemeinden). Es funktioniert auch nach dem Prinzip der ungedeckten Kosten. Seine Gültigkeitsdauer beschränkt sich auf zwei Jahre. Eventuelle Gewinne werden zu zwei Dritteln in eine gebundene Reserve (zur Deckung der künftigen Defizite der entschädigten Sektoren) und zu einem Drittel gemäss der in Artikel 36 des Personenbeförderungsgesetzes (PBG) vorgesehenen Rechtsgrundlage in eine freie Reserve aufgeteilt. 
 
Das zweite Finanzierungssystem der TPF VERKEHR betrifft die Verkehrsleistungen zugunsten der Agglomeration Freiburg und der Mobul (Agglomeration Bulle). Sie werden zu 57,5% vom Kanton und zu 42,5% von den Gemeinden finanziert. Es arbeitet auch nach dem Prinzip der ungedeckten Kosten. Seine Gültigkeitsdauer beträgt ebenfalls zwei Jahre. Eventuelle Gewinne werden auch hier zu zwei Dritteln in eine gebundene Reserve und zu einem Drittel in eine freie Reserve aufgeteilt, wobei dieses Verhältnis nicht durch eine bestimmte Rechtsgrundlage, sondern durch eine Vereinbarung zwischen der Agglomeration und den TPF geregelt wird. Hier gibt es keine Subventionen und die Regelung funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. 
 
Schliesslich bezieht sich das dritte Finanzierungssystem der TPF VERKEHR auf verwandte Produkte (ausserplanmässiger Verkehr, Schulfahrten, Sonderfahrten, Zugersatz, Wartungsarbeiten für andere öffentliche Verkehrsunternehmen usw.). Hier gibt es keine Subventionen und dieses System funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.
 
Die Gesellschaft Freiburgische Verkehrsbetriebe Immobilien (TPF IMMO) AG ist die einzige Gesellschaft der Gruppe, die nicht subventioniert wird. Sie arbeitet nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.
 
Der Verwaltungsrat seinerseits blieb für das Jahre 2017 unverändert. Er hat im Jahre 2017 an acht Sitzungen teilgenommen. Die Sitzungsgelder des Verwaltungsrats belaufen sich auf 141'600 Franken. 
 
 

Freiburg, den 25.05.2018


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