Auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Flotte
Der Staatsrat des Kantons Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen des Kantons bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren und bis 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Dieses Ziel, das im Rahmen des Klimagesetzes festgelegt wurde und dem Bestreben des Kantons entspricht, die Energie- und Klimawende zu beschleunigen, verleiht dem Mobilitätssektor und insbesondere dem öffentlichen Verkehr eine wichtige Rolle. Der Wille der TPF steht voll und ganz im Einklang mit dieser Entwicklung. In den kommenden Jahren werden die TPF deshalb in eine nachhaltige Mobilität investieren. Sie setzen ihre Anstrengungen fort, um ihre Busflotte in den kommenden Jahren schrittweise zu dekarbonisieren und damit die von den Behörden festgelegten Ziele zu unterstützen. Der Fortschritt dieser Transformation hängt jedoch auch von den Möglichkeiten und Entscheidungen der Besteller ab, welche das Verkehrsangebot finanzieren und festlegen.
Konkret planen die TPF, Dieselbusse durch Technologien mit geringerem Klimaimpact zu ersetzen. Die Busse im Orts- und Regionalverkehr werden durch Elektrobusse ersetzt. Diese werden mit erneuerbarer Energie aus der Schweiz betrieben. Die Dekarbonisierung der Busflotte wird schrittweise erfolgen.
24 Elektrobusse bestellt
Im Januar 2025 haben die TPF das Modell ihrer neuen Elektrobusse ausgewählt. Der Mercedes-Benz eCitaro von Daimler Buses Schweiz AG konnte im Rahmen einer im Mai 2024 lancierten Ausschreibung überzeugen. Bestellt werden 18 Meter lange Gelenkbusse sowie 12 Meter lange Solobusse. Die Fahrzeuge verfügen über eine Schnellladefunktion mittels Abwärtsstromabnehmer sowie über zwei Anschlüsse für das langsame Laden.
Die modernen und umweltfreundlichen Fahrzeuge werden ab Dezember 2026 sowohl im Ortsverkehr (Agglo und Mobul) als auch im Regionalverkehr eingesetzt. Während 2024 noch 14 Prozent der Linienfahrzeuge dekarbonisiert waren, wird dieser Anteil Anfang 2027 auf 26 Prozent steigen. Anfang 2028 wird er voraussichtlich 40 Prozent erreichen.
Ein Pilotprojekt mit zwei Elektrobussen mit Wasserstoff-Brennstoffzellen
Seit August 2025 testen die TPF zwei Hybridbusse, die mit Batterien und einer Wasserstoff-Brennstoffzelle ausgestattet sind. Das Pilotprojekt ist Teil der Strategie zur Dekarbonisierung der Busflotte.
Bei den beiden neuen Fahrzeugen handelt es sich um «Elektro-Wasserstoff»-Hybridbusse. Sie verfügen über vier Batteriepakete mit einer Kapazität von insgesamt 392 kWh sowie über eine kleine Wasserstoff-Brennstoffzelle mit einer Leistung von 60 kW. Die geschätzte Reichweite beträgt 75 bis 100 km im reinen Elektrobetrieb und 350 bis 600 km im kombinierten Elektro-Wasserstoff-Betrieb.
Die beiden Hybridbusse sind inzwischen Teil der Busflotte und werden auf ausgewählten Regionallinien eingesetzt. «Ziel ist es, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und eine erste Bilanz zu dieser neuen Technologie zu ziehen», erklärt Laura Amaudruz, Leiterin Innovation und Netzentwicklung bei den TPF.
Der Einsatz unter realen Bedingungen ermöglicht es nicht nur, die Reichweite der Fahrzeuge zu messen, sondern auch ihre konkrete Integration in das öffentliche Verkehrsnetz zu untersuchen. So können die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur analysiert werden, insbesondere hinsichtlich geeigneter Ladezeitpunkte und der erforderlichen Ladehäufigkeit. Diese Erkenntnisse helfen dabei, die Fahrplanung und den Fahrzeugeinsatz optimal zu gestalten.
Neue Ladeinfrastrukturen für Elektrobusse
Die TPF setzen die notwendigen Arbeiten für die Installation der Ladeinfrastruktur für ihre künftigen Elektrofahrzeuge fort. Die Umgestaltung des Depots in Romont bildete den ersten Schritt dieses Vorhabens; das entsprechende Projekt wurde im Februar 2026 öffentlich aufgelegt. An den verschiedenen betroffenen Standorten laufen derzeit mehrere weitere Infrastrukturprojekte. Damit sollen die neuen Anlagen schrittweise mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Betrieb genommen werden können, zeitgleich mit der Inbetriebnahme der neuen Elektrobusse.
So werden unter anderem im Depot Bulle und im TPF Zentrum in Givisiez Arbeiten durchgeführt, um Ladeplätze für das nächtliche Laden sowie Schnellladeplätze für Elektrobusse einzurichten. Die Endhaltestelle Vuadens, am Ende der Linie 202 Morlon – Bulle – Vuadens, wird zudem mit einem Pantografen für das Schnellladen ausgestattet.
35 neue Elektrobusse im Jahr 2027
Die Umstellung auf eine zunehmend dekarbonisierte Busflotte wird im Dezember 2027 mit der Inbetriebnahme von 35 neuen Elektrobussen weitergeführt. Diese nächste Etappe ergänzt die bereits eingeleiteten Massnahmen zur Elektrifizierung der Flotte. Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, auf welchen Linien die neuen Fahrzeuge eingesetzt werden.