Eine neu gedachte Mobilität und eine neue Lebenswelt Bis 2030 werden 7000 neue Einwohner in Bulle wohnen, während pro Tag bis 4000 zusätzliche öV-Reisende in der Stadt eintreffen. Um diese Dynamik zu begleiten, schlägt das Bauprogramm Bulle eine Brücke zwischen Tradition und Wachstum. Bulle bildet das Tor zum grünen Greyerzerland, mit zahlreichen Naturschätzen, der mittelalterlichen Burg, der Schokoladenmanufaktur und einem lebendigen Kulturerbe. Die Herausforderungen dieses Projekts liegt darin, den Modernisierungsbedarf der Bahninfrastrukturen mit einer langfristigen raumplanerischen Vision für ein ganzes Quartier in Einklang zu bringen.
Für das beispielhafte Konzept wurde der grösste Bahnhof des TPF-Netzes 2024 mit dem Schweizer Mobilitätspreis FLUX ausgezeichnet. Der Preis zeichnet jährlich einen Verkehrsknoten aus, der sich durch sein Design, den Betrieb und die Qualität der Reisendenbetreuung abhebt.
© TPF | Jo Bersier Von links nach rechts: Jacques Morand (Stadtpräsident von Bulle), Florence Brenzikofer (Präsidentin der FLUX-Jury und Nationalrätin) et Serge Collaud (TPF-Generaldirektor)
Kurzbeschrieb Studie Fertiggestellt Budget: CHF 250 Millionen Akteure: TPF INFRA
Bilder: ©Thomas Delley, ©Chloé Lambert, ©Jo Bersier, ©Stemutz et ©Itten+Brechbühl SA / Strata Architecture
Der Bahnhof Bulle wurde modernisiert und vollständig umgestaltet. Ein dichtes Angebot verbindet ihn mit den wichtigsten städtischen Zentren in seiner Umgebung: Freiburg, Bern und Lausanne, aber auch mit Broc und dem Maison Cailler, der meistbesuchten Schokoladenfabrik der Schweiz. Mit der Erneuerung der Bahnanlagen wurde sichergestellt, dass das südliche Freiburger Bahnnetz den Anforderungen, die mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen und der Dynamisierung der Mobilität einhergehen, gerecht wird.
Die Strecke zwischen Bulle und Broc-Fabrique wurde in das nationale S-Bahn-Netz integriert, sodass die Fahrt bis Bern nun ohne Umsteigen erfolgen kann. Der frühere Stundentakt wurde auf halbstündlich verkürzt. Im Zuge der Entwicklung des Bahnhofsquartiers wurde neben dem neuen Bahnhofsgebäude ein Busbahnhof errichtet, um den multimodalen Verkehr zu fördern.
Der Bahnhofsbereich ist ein strategisch wichtiger Standort im Herzen der Stadt Bulle und des Kantons Freiburg. Mit der Umgestaltung des Geländes will TPF IMMO aus dem Standort ein neues Zentrum des öffentlichen Lebens schaffen. Das 3 Hektar umfassende Bahnhofsareal wurde komplett neugestaltet, um dem Stadtzentrum von Bulle ein neues Gesicht zu verleihen.
Das Projekt für den neuen Bahnhofsplatz in Bulle sieht für diesen wichtigen öffentlichen Raum der Stadt eine Funktion als Begegnungsort sowie als zentraler Knotenpunkt zwischen den verschiedenen Elementen der neuen Bahnhofsanlage vor. Der Platz ist ausschliesslich für Fussgänger und Velofahrer vorgesehen. Das Mobul-Netz verfügt seinerseits über eine neue Schnittstelle mit vier Busperrons, die direkt an den neuen Bahnhofsplatz angrenzen. Durch den Anschluss an die Regionalbusse fördert der Busbahnhof den multimodalen Verkehr. Ergänzt wird das Angebot durch einen Haltebereich, Carsharing-Plätze, Taxis und Veloparkplätze.